Ein großer blauer Ball rollt über den Platz. Dein Pferd schnaubt, geht zwei Schritte rückwärts, Kopf hoch, Augen groß. Und genau hier fängt das eigentliche Training an.
Gelassenheitstraining hat nichts damit zu tun, ein Pferd abzuhärten. Es geht darum, ihm beizubringen: Neues ist erstmal nur neu – nicht gefährlich. Und dass du derjenige bist, an dem es sich orientieren kann, wenn es unsicher wird.
Auf einen Blick
⏱ Dauer: 10–15 Minuten pro Einheit · 📊 Level: Einsteiger bis Fortgeschritten · 🎒 Material: großer Ball, Halfter, Strick, gesicherter Platz

Der häufigste Fehler
Den Ball direkt auf das Pferd zurollen. Verständlich – man will ja zeigen, dass nichts passiert. Aber aus Sicht des Pferdes verfolgt es gerade ein großes, unbekanntes Ding.
Besser andersherum: Lass das Pferd auf den Ball zugehen, nicht den Ball auf das Pferd. Neugierde schlägt Druck. Immer.
In fünf Schritten zum entspannten Pferd
Schritt 1: Der Ball liegt einfach da
Leg den Ball an den Rand des Platzes und mach ganz normal dein übliches Training. Der Ball ist erstmal nur Kulisse.
Dein Pferd wird ihn im Blick behalten – und dabei lernen, dass nichts passiert.
Schritt 2: Vorbeigehen
Führe dein Pferd in großem Bogen am Ball vorbei. Wird es unruhig, geh weiter weg. Bleibt es ruhig, kannst du den Bogen kleiner machen.
Worauf du achtest: Der Abstand ist deine wichtigste Stellschraube. Ein entspanntes Pferd in zehn Metern Abstand ist mehr wert als ein angespanntes in zwei.
Schritt 3: Anschauen dürfen
Bleib in einigen Metern Abstand stehen und lass dein Pferd den Ball einfach betrachten. Kein Druck, keine Aufforderung.
Viele Pferde machen an diesem Punkt von selbst den ersten Schritt nach vorne. Wenn nicht: kein Problem, morgen ist auch noch ein Tag.
Schritt 4: Berühren
Sobald dein Pferd von sich aus näher kommt und schnuppert: sofort loben und Pause machen. Das ist der Moment, auf den du hingearbeitet hast.
Hör hier auf, auch wenn es verlockend ist, gleich weiterzumachen. Ein positiver Schlusspunkt bleibt hängen.
Schritt 5: Bewegung dazu
Erst wenn Berühren entspannt klappt, kommt Bewegung ins Spiel: Ball leicht anschubsen, ein Stück rollen lassen, dein Pferd hinterhergehen lassen.
Manche Pferde fangen ab hier an, den Ball selbst zu schieben. Dann hast du gewonnen.
💡 Was wir selbst gelernt haben
- Kurze Einheiten schlagen lange. Zehn ruhige Minuten bringen mehr als eine halbe Stunde Diskussion.
- Windige Tage sind schlechte Ball-Tage. Ein Ball, der von selbst wegrollt, macht die Sache unnötig schwer.
- Rückschritte sind normal. Was gestern klappte, kann heute wieder unheimlich sein – einfach eine Stufe zurückgehen.
Warum die Größe wichtig ist
Ein kleiner Ball wirkt wie etwas, das man wegtreten kann – und landet schnell unter den Hufen. Ein Ball mit rund einem Meter Durchmesser ist groß genug, dass Pferd und Mensch nicht drüberstolpern, und er rollt ruhiger.
Die Farbe spielt ebenfalls mit: Pferde nehmen Blau besonders gut wahr. Der Ball ist für sie klar zu sehen – und was man klar sieht, macht weniger Angst als ein diffuser Schemen.
⚠️ Sicherheit zuerst
Trainiere nur auf einem eingezäunten Platz und lass dein Pferd nie unbeaufsichtigt mit dem Ball. Ein Trainingsgerät ist kein Stallspielzeug – weder für die Sicherheit noch für die Lebensdauer des Balls.
Du willst es ausprobieren?
Der 8LevelUp Megaball hat einen Meter Durchmesser, ist aus robustem Anti-Burst-Kunststoff und in einem Blau gehalten, das dein Pferd klar erkennt. Selbst getestet, im eigenen Training bewährt.